Durchschnittliche Lesedauer: 2 Minuten

Raumakustik allgemein

Der amerikanische Physiker W. C. Sabine erkannte, dass für eine allgemeine Kennzeichnung der Hörsamkeit eines Raumes der Nachhall herangezogen werden kann, der nach plötzlichem Abschalten einer Schallquelle mehr oder weniger lang zu hören ist.

Unter den vielfältigen akustischen Eindrücken, die ein Raum vermittelt, ist die Nachhallzeit eine der wichtigsten. Als Nachhallzeit wird die Zeit bezeichnet, in der die Schallenergie eines Raumes beim plötzlichen Abschalten einer Schallquelle auf den millionsten Teil fällt.

Nachfolgend sind Sollwerte der Nachhallzeit für unterschiedliche Raumnutzungen in Abhängigkeit des Raumvolumens dargestellt.

Zwar ist die Nachhallzeit nicht die einzige Größe, die die Akustik des Raumes ausmacht, jedoch eine für den Planer hilfreiche, da so der Raum durch einen Wert beschrieben werden kann. Dies gilt natürlich immer auch im Hinblick auf die verschiedenen Nutzungen, die auch unterschiedliche Nachhallzeiten fordern. Zusätzlich hängt die optimale Nachhallzeit vom Volumen des Raumes ab.

Einstellung der Nachhallzeit

Um die Nachhallzeit im Raum auf das gewünschte Maß einzustellen, ist eine genaue Planung und Anordnung der schallreflektierenden und -absorbierenden Oberflächen notwendig. Bei schallreflektierenden Flächen ist das Ziel die Lenkung des Schalls, um z. B. auch die hinteren Plätze im Raum ausreichend zu versorgen. Der schallabsorbierende Effekt kommt daher, dass in den Poren der Bauteile Schallenergie „vernichtet“ wird (poröse Absorber) oder dass durch eine in Schwingungen versetzte Oberfläche vor einem Hohlraum im Resonanzbereich Schallenergie „vernichtet“ (Resonanzabsorber) wird.

Die für die Absorption notwendigen Absorber werden in Absorptionsklassen eingeteilt. Diese sind oben dargestellt.


Aus planerischer Sicht ist die Angabe der Absorptionsklassen zwar hilfreich, um einen Raum jedoch über alle Frequenzbereiche richtig einzustellen, werden weiterhin die Absorptionsgrade der einzelnen Frequenzen benötigt. Nur so kann ein gutes Zusammenspiel von tiefen-, mitten- und hochfrequenten Absorbern reibungslos funktionieren. Diese Unterscheidung vermeidet auch ein Überdämpfen von einzelnen Frequenzbereichen und lässt eine ausgeglichene Akustik zu.

Unsere Rat an alle Ausschreibenden: Immer die Absorptionszahl je Frequenz mit ausschreiben, das erspart am Ende Nachbesserungen oder unzufriedene Nutzer.

Bewerten Sie diesen Beitrag:

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.